Du kannst den besten Samen pflanzen – doch ohne passenden Boden wächst nichts

Vor kurzem war ich auf einem Workshop im wunderschönen Österreich. Eine Kulisse wie gemalt: klare Luft, spiegelglattes Wasser, Weitblick.

Und wie so oft in solchen Momenten war sie mal wieder da: diese Erkenntnis, die mich seit Jahren begleitet.
Eine Erkenntnis, die Kurt Lewin schon 1936 in eine ebenso schlichte wie kraftvolle Formel gegossen hat:

V = f(P, K)
Verhalten ist eine „Funktion” von Person und Kontext.

Oder einfacher gesagt: Der Kontext macht den Unterschied.

Warum Organisationen oft am besten Samen scheitern

In Organisationen erlebe ich genau das immer wieder: Da werden neue Methoden eingeführt. Neue Prozesse aufgesetzt. Trainings gebucht. Führungskräfte geschult. Teams „entwickelt“.

Und trotzdem …passiert erstaunlich wenig.

Nicht, weil die Maßnahmen schlecht wären. Sondern weil der Boden, auf den gesät wird, nicht anschlussfähig und damit vor- bzw. aufbereitet ist.

Aus systemtheoretischer Sicht ist das kein Wunder: Verhalten entsteht ja nicht im luftleeren Raum. Es entsteht immer im Zusammenspiel mit Strukturen, Erwartungen, Regeln, Machtverhältnissen und unausgesprochenen Spielregeln.

Warum Persönlichkeitsentwicklung allein nicht reicht

Natürlich spielt Persönlichkeit eine Rolle. Haltungen, Prägungen, Motive, Kompetenzen – all das wirkt.

Und gleichzeitig: Wer nur „an den Menschen arbeitet“ und den Kontext ignoriert, wird immer wieder enttäuscht.

Denn Menschen bewegen sich in Systemen und Systeme erzeugen sehr zuverlässig ganz bestimmtes Verhalten.

Die entscheidenden Fragen lauten deshalb nicht nur:

  • „Wie tickt diese Person?“

Sondern vor allem:

  • Wie sind die strukturellen Rahmenbedingungen?
  • Was wird implizit belohnt und was nicht?
  • Wie klar, widerspruchsfrei und anschlussfähig ist Führung wirklich?
  • Und wie lebendig ist der Boden, auf dem Veränderung wachsen soll?

Der Boden entscheidet über WIRksamkeit

In der Natur ist das sonnenklar: Du kannst den besten Samen pflanzen. Wenn der Boden leblos, verdichtet oder ausgelaugt ist, wächst nichts.

In Organisationen gilt exakt dasselbe: WIRksamkeit entsteht nicht durch Aktionismus. Nicht durch das nächste Tool. Nicht durch das nächste Training.

Sondern dort, wo:

  • Kontext bewusst gestaltet wird
  • Erwartungen klar sind
  • Entscheidungen nachvollziehbar sind
  • Verantwortung nicht nur gefordert, sondern ermöglicht wird
  • und WERTschöpfung systemtheoretisch gedacht wird

„Ich wusste gar nicht, dass Führung so viel mit Mathe zu tun hat.“

Ein Teilnehmer sagte in der Abschlussrunde genau diesen Satz zu mir. Und ich musste schmunzeln, weil er so viel auf den Punkt bringt.

Führung ist keine Rechenaufgabe. Und gleichzeitig folgt sie klaren Wirkzusammenhängen.

Wer den Kontext übersieht, wundert sich über Ergebnisse. Wer den Kontext versteht, kann ihn gestalten.

Mein Fazit

Transformation entsteht nicht durch gutes Wollen, sondern durch passende Bedingungen.

Nicht der Samen entscheidet allein. Der Boden entscheidet mit.

Und genau dort setze ich mit meiner Arbeit an, wenn ich die Systembrille aufhabe: bei den Rahmenbedingungen, die Verhalten logisch machen.

Manchmal reicht ein Gespräch, um
Führungskräfteentwicklung in Bewegung zu bringen.

Wenn Du Klarheit im Führungsverhalten willst,
Führung wieder WIRken soll
Und ZusammenARBEIT zu mehr Performance führen soll. 

Dann sollten wir reden.